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Auf der Reise durch das Selbst



Der innere Trinker


Die Lippen rot, die Augen weit, die Wangen blaß
Gesuchtes Glück im teuflischen Naß
Trete vor den Spiegel
Sehe nicht mich selbst…
Sehe einen Menschen mit leeren Augen, betäubtem Herzen, einer verlorene Seele.


Diese Seele sie schmerzt tief in mir,
Veranlaßt mein Herz zu schreien.
Nichts kann dieses Schmerz betäuben, nichts außer es dem Rausch zu weihen!

Und so wandert mein Blick tiefer ...immer tiefer in das Glas.
Alles wird erträglicher, wenn ich mich am Weine Lab
Was ich nicht ahnen kann,
Mit jedem Schluck schaufle ich mir ein neues Grab:

Für die Freundschaft die mir alles ist,
Für die Moral, die tief in mir sitzt
Doch vor allem für meine Liebe, die ich wirklich nie gehabt
Und deshalb vorzeitig im Wein begrab.

© Florian Schmidt, 2006





Folter

jeder Blick eine Qual
jedes Wort ein Nadelstich
jeder Gedanken ein Messerhieb
ich frage mich warum es mich noch in deinem Herzen gibt...

reduziert auf einen Augenschlag
auf etwas was keiner wirklich mag.
was deine Freundschaft zu mir frist
und was entgegen aller Taten.. irgendwo Tief in mir ist.

Eine Art Dr. Jackel, in einem Mr. Hyde!
in meinen Körper gefasst, von der Sohle bis zum Kinn,
Was trotz allem, ich nicht wirklich bin.

Doch damit du nicht noch weiter gehst,
Du, mein Herz, bei ihr nicht weiter um Erlösung flehst,
löse ich mich aus dieser Starre, diesem Krampf
und beginne nur für euch Beide, gegen mich den eignen Kampf.


© Florian Schmidt, 2006






Der Weg zum Ziel

Blutend, ausgelaugt liege ich in Mutter Erdens Schoß,
rasselnd, schwer geht mein Atem, während sich die hand des Todes
fest, unerbittlich, um meine Kehle schloss.

Allein ein einzig Engel, steht mir am Totenbett zur seit,
Tränenden Auges sieht er auf den scheiden Körper,
stirbt es sich etwa leichter zu zweit?

Sanft, mit Gottes Ehrgefühl, streichelt seine Hand, meine sterbende Seele
Ergreift vorsichtig die meinige,
auf das ich das Paradiese nicht verfehle.

Und so geh ich auf die letzte Reise, folge meinem Totenwächter
Kein Wort der der Trauer schallt von erden hinterher,
nichts, außer Stillebrechendem Gelächter.

Genüsslich taucht es ein ins warme Licht
So hell, so frisch
So leer, so blass, mein ewiges Gesicht.


Ewig gezeichnet von Trauer,
Hoffnungslosigkeit und Melancholie
Waren seine einzigen Erbauer.

Und so folge ich der weißen Federspur,
eine Reise ohne Wiederkehr,
Nun endlich, finde auch ich, meinen Frieden, meine Ruhe.

© Florian Schmidt, 2006






Strafe

Ein leises zucken im Gesicht
Schnell ging es und sauber,
eine Klinge führt mit mir Gericht

Befreit die roten Ströme,
wie wild sie fließen,
wie man hat die haut entzweit.

In langen Striemen zieht sich narbiges Flussbett über den Arm
Hinterlassenschaften versiegter Quellen,
Erinnerungen an den Schmerz.

Doch geben mir diese Klingen nicht mehr viel
Bringen mir weder wohl, noch machen sie Gescheit
diese Strafen enden nun,


Vergebt mir, es tut mir Leid.


©Florian Schmidt,2006

1 Kommentar 7.4.06 23:35, kommentieren